Society for the Promotion of the Egyptian Museum Berlin

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  •   d Animationen helfen zur Erklärung komplexer Ausstellungsinhalte © Asahi Shimbun / Noriko Yamamoto
  •   d Blick auf die Präsentation der Mumienmaske des Pa-remet-syg © Asahi Shimbun / Noriko Yamamoto
  •   d Photospot für Erinnerungsfotos im Foyer des Edo-Toyko Museums © Asahi Shimbun / Noriko Yamamoto
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Reports Chronological (text sometimes only in German)

Jan. 2021: Objects: Ancient Egypt - The Creation of the World (Das Alte Ägypten - Die Erschaffung der Welt) - Ein Sonderausstellungsprojekt des Ägyptischen Museums und der Papyrussammlung Berlin


'Ein Wunder in der Zeit der Pandemie' ist - einem japanischen Medienbericht zufolge - die tatsächliche Realisierung des Sonderausstellungsprojekts 'Ancient Egypt - The Creation of the World' des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung Berlin. Die erste Station wurde am 21. November 2020 im Edo-Tokyo Museum erfolgreich eröffnet, weitere Stationen in Kyoto, Shizuoka und noch einmal in Tokio werden folgen.
Schon 2005 war das Ägyptische Museum und Papyrussammlung zusammen mit weiteren Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin in einer großen Sonderausstellung über die Geschichte der Berliner Museumsinsel in Tokio und Kobe zu Gast. An diesen großen Erfolg knüpft die aktuelle Sonderausstellung an, die diesmal ausschließlich Werke aus der ägyptischen Sammlung zeigt. Im Gegensatz zu anderen Sonderausstellungen, die häufig einen allgemeinen Überblick über das alte Ägypten präsentieren, widmet diese sich sehr eingehend einem der wichtigsten, aber auch komplexesten Themen der altägyptischen Geschichte, nämlich der Götterwelt in ihren vielfältigen Darstellungen, Wirkungsbereichen und Bedeutungen.


Der Ausstellungstitel bezieht sich nicht nur auf den formalen göttlichen Akt der Schöpfung, mit der der Ausstellungsrundgang beginnt, sondern ist im übertragenen Sinne dahingehend zu verstehen, dass mit dem Entstehen der ägyptischen Hochkultur Grundlagen gesellschaftlicher Normen, kultureller Vorbilder und kunsthistorischer Prinzipien geschaffen wurden, die auf nachfolgende Generationen Einfluss ausgeübt haben.
Inhaltlich spannt die Ausstellung ihren Bogen von der himmlischen Sphäre des Göttlichen über sein Wirken in der Welt der Menschen bis zum unterweltlichen Jenseits, in dem die Verstorbenen zu neuem Leben erweckt werden. Aber auch in dieser Sphäre lässt sich die göttliche Schöpfung durch den wiederholt auftretenden Wunsch des Verstorbenen zur Einbindung in den ewigen Sonnenlauf für seine tägliche Erneuerung im Gefolge des Sonnengottes zum Ausdruck bringen. Danach endet die Ausstellung mit dem Blick ins Paradies, dem Wohnort der glückseligen Verstorbenen, das am Ende aller Zeiten aber ebenso im Urgewässer der Schöpfung verschwinden wird wie Himmel und Erde.


Die Konzeption, Erarbeitung und Umsetzung der Ausstellung ist in Kooperation mit den japanischen Kollegen gemeinsam entstanden. Während die kuratorische Leitung auf Berliner Seite bei Frau Dr. Olivia Zorn und Frau I-Ting Liao M.A. lag, übernahm Herr Prof. Jiro Kondo, Professor am Institute of Egyptology der Waseda University, die wissenschaftliche Betreuung der Ausstellungsinhalte einschließlich der ins Japanisch übersetzten Ausstellungs- und Katalogtexte auf der japanischen Seite. Unterstützt wurden sie von der Volontärin des Ägyptischen Museums Frau Anne Herzberg-Beiersdorf M.A. Die restauratorische Betreuung der Objekte übernahmen die Diplom-Restauratorinnen des ÄMP, Frau Iris Hertel (Metall), Frau Pia Lehmann (Stein), Frau Kathleene Kerth (organische Materialien), Frau Myriam Krutzsch (Papyri) und Frau Nina Loschwitz (Keramik, Fayence, Glas) sowie den Sammlungsverwaltern, Herrn Frank Marohn und Frau Anne Stumpf.
Aus dem regen Austausch mit den japanischen Kollegen wurde eine den Zauber der Inhalte einfangende Ausstellungsarchitektur konzipiert, in der das komplexe Thema in einer für Laien gut verständliche Weise den Besuchern präsentiert wird.
Nach intensiven, mehrjährigen Planungen und Vorbereitungen waren die über 130 Exponate überwiegend aus den Depots der ägyptischen Sammlung, aber auch aus der Dauerausstellung im Neuen Museum bereit, ihre große Tour durch Japan zu starten.


Doch dann kam die Pandemie von COVID-19.
Aufgrund der Reiseeinschränkungen und sogar Einreiseverbote sowie Lockdowns im In- und Ausland wurden diverse Ausstellungsprojekte weltweit verschoben oder abgesagt. Um ein deutliches Zeichen zu setzen, dass das Ägyptische Museum und Papyrussammlung in dieser schwierigen Zeit den kulturellen Austausch nicht ruhen lassen wollte und will, hatte sich das Berliner Team mit der Unterstützung der Generaldirektion der SPK dazu entschlossen, die erste Station der Ausstellung unter allen Umständen zu realisieren.
Und diese Umstände stellten wahrlich eine große Herausforderung dar. Denn es wurde eine für uns neue, ungewöhnliche Lösung für den Aufbau gewählt, die eine Mischung aus Kurierbegleitung und 'Remote-Installation' war. Als Projektleiterin ist Frau Zorn nach Japan gereist, um den Aufbau persönlich zu betreuen. Vor Ort wurde sie von vier sehr kompetenten japanischen Konservatoren bei der restauratorischen Betreuung der Objekte optimal unterstützt. Unsere Restauratorinnen wurden täglich per Web-Meeting mit dem Aufbauteam in Tokio verbunden, um Fragen zu den Objekten zu beantworten und vor allem den Aufbau von besonders sensiblen oder schweren Exponate zu begleiten. Wegen der großen Zeitverschiebung von acht Stunden war eine digitale Zusammenkunft allerdings immer erst ab 16 Uhr japanischer Zeit möglich. Die kurzen Zeitfenster des gemeinsamen Remote-Aufbaus mussten daher von beiden Seiten präzise geplant werden. Die Durchführung konnte nur wegen des außerordentlichen Engagements aller Beteiligten realisiert werden.


Dank der hervorragender Vorbereitung beider Seiten verlief der Aufbau reibungslos. Die Ausstellung wurde am 21.11.2020 ohne große Zeremonie aber mit kleinen Führungen geladener Gäste eröffnet. Trotz der Pandemie und strengen Hygienevorschriften sind die japanischen Besucher sehr an der Ausstellung interessiert. Dies bestätigen die bisherigen, guten Besucherzahlen. Die Ausstellung wird im Edo-Tokyo Museum bis 4.4.2021 gezeigt.

I-Ting Liao und Olivia Zorn

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